Als Kinder war das für uns der Tag, an dem die Weihnachtszeit endgültig vorbei war. An diesem Tag wurde der Weihnachtsschmuck fein säuberlich wieder verpackt, und der mehr als trockene Baum, den wir inständig vor Mutters Beseitigungsversuchen beschützt hatten, diente nun im Hinterhof den Vögeln als Kletter- und Futterbaum.
Vor einigen Jahren hat meine Mutter einmal nebenbei erwähnt, dass sie in ihrer Kinderheit ganz besonders die Glasvögel mit den weißen Faserschwänzchen gemocht hat. Meine Schwester und ich hatten dann tatsächlich noch solche Glasvögelchen gefunden, und sie unserer Mutter geschenkt. Dieses Jahr hat es mich selber gepackt, und es mussten solche kleinen, altmodischen Vögelchen ins Haus. Es war wieder nicht leicht, sie zu finden, aber schließlich entdeckte ich am Trödel-Weihnachtsmarkt am Franziskanerplatz die alten, im Schwarzwald gefertigten Modelle.
Bis heute durften Sie am Weidengeäst sitzen, heute, zu Mariä Lichtmess, habe ich sie wieder vorsichtig in eine Schachtel gepackt – bis zum nächsten Jahr. Der Frühling hat begonnen.
