Seit Freitag hantle ich mich von einer Panikattacke zur anderen. Was gibt es da beruhigenderes, als an einem Blog zu schreiben, dessen Leserzahl äußerst überschaubar ist. Ich solle auf sex & crime umsteigen, meint Schatzi, oder auf Männerbashing, das würde die Frequenz sicher erhöhen. Ich werde das in Betracht ziehen, besonders nach dem ich gestern ganz entgeistert eine Uraltfolge von Sex and the City beim Zappen erwischte – du gute Güte. Wenn es doch blos so einfach wäre.
Mehr Wut als Panik verursachen die immer schamloser und offener austretenden Rechtsausleger. Papst Benedikt Karl Ratzinger rechnet wohl bereits fest mit dem 4ten Reich, anders ist die vorauseilende Umarmung der Opus Dei-Fraktion, der Holocaustleugner, Homosexuellenheiler und Konzillleugner nicht zu erklären. Halleluja, sag i. Allseits wird fleißig an der vereinten nationalgesinnten Front gebaut, im Kleinen wie im Großen. In Tirol, einem schönen Bespiel für Antisemitimus ohne Juden*), war die Synagoge wieder verstärkt Übergriffen ausgesetzt. Die Spuren des jüngsten Hackenkreuzes sind noch gut zu sehen.
Auch die Burschenschafter wollen ihr Heimatverständnis vom 19. – 21. Juni bei einem Festkommers zum Andreas-Hofer-Gedenkjahr wieder einmal klarlegen, damit war ja zu rechnen. Dem DÖW zufolge organisieren diese Veranstaltung allen voran Brixia und Suevia, die als „politisch weit rechts außenstehend“ gelten. Es sei gut möglich, dass Martin Graf als „Alter Herr“ der als rechtsextrem geltenden Wiener Burschenschaft Olympia teilnehme.**) Den Ehrenschutz werde er nicht übernehmen, das sei bei einem Kommers nicht üblich, aber er freut sich auf die Einladung, so Der Standard.
Zurück zur Panik.
*) siehe z.B. Niko Hofinger: Antisemitismus in Tirol 1918-1938. „Unsere Losung ist: Tirol den Tirolern!“ In: Zeitgeschichte 21 (1994), Heft 3/4, April 1994
**) Der Standard, 04. Februar 2009: Burschenschaften planen Festkommers. Festrede für Martin Graf eine „Ehre“ – Bis zu 1.000 Teilnehmer erwartet
Neueste Kommentare